Adwords ROI – Alles Andere Ist Unwichtig?

Adwords ROI – Alles Andere Ist Unwichtig?

 

Der Adwords ROI Ist NICHT Maßgebend

 

Der Adwords ROI ist nicht anders definiert als der herkömmliche Return-on-Investment (ROI). Es geht darum zu schauen, wie hoch der Rückfluss einer Investition ist. Bei einer Adwords Kampagne ist dies nicht kompliziert herauszufinden. Als Gesamtbetrachtung muss einfach geschaut werden, ob nach der Adwords Kampagne mehr verdient wurde als vorher. Stellt man fest, dass man mehr verdient hat, heißt das noch nicht, dass der ROI positiv ist. Denn für den Einsatz des Werbemittels Adwords musste ein bestimmtes Werbebudget aufgewendet werden. Wenn mehr als dieser Betrag zusätzlich verdient wurde, dann ist der ROI positiv.

Nochmal zur Veranschaulichung:

 

ROI = Return / Investment

 

Wenn man diese Zahl noch mit 100 multipliziert erhält man den ROI in Prozent.

 

Dazu ein einfaches Beispiel:

Adwords ROI berechnen

 

Sie investieren 1000€ in eine Adwords Kampagne. Sie verdienen dadurch zusätzlich 1300€. Ihr Rückfluss wäre demzufolge zwar 1300€, da Sie das auch mitverdient haben, aber bei der Kalkulation des ROI müssen Sie die Anfangsinvestition abziehen. Also:

 

(1300€-1000€) : 1000€

 

Als Ergebnis bekommen wir 0,3 oder eben 30%. Der ROI für dieses Beispiel wäre somit 30%, also positiv und daher zu empfehlen, insbesondere auch deswegen, weil diese Rendite höher ist als risikolose Investitionsmöglichkeiten, die durchschnittlich 4-5% betragen.

 

Achtung, Der ROI Wird Falsch Interpretiert

Auch wenn der ROI bei Adwords-Vorteilhaftigkeitsentscheidungen relevant ist, wird diese Kennzahl oft fehlinterpretiert. Es wird argumentiert, dass, wenn diese Zahl besonders hoch, man auch mehr verdient. Das stimmt so nicht.

Man muss beachten, dass der ROI bloß eine Rendite wiedergibt. Sie zeigt jedoch nicht wie viel man tatsächlich verdient hat.

Es gibt Internetmarketer oder sogar Adwords-Agenturen, die behaupten, dass man die Entscheidung wählen muss, die den höchsten ROI besitzt.

In diesem fiktiven Beispiel sieht man es sehr deutlich. Diese Rechnung ist nicht realitätsfern. Solche Fälle bekommt man oft zu sehen. Wer nur nach der ROI-Kennzahl aus ist, dann müsste man sich für die erste Alternative entscheiden, denn hier ist der ROI mit 150% am höchsten. Wie zu erkennen ist, verdient man aber mit der 3. Alternative viel mehr Geld. Während man hier 5000€ verdient, bleibt bei der ersten Option nur 1500€ übrig. Der viel geringere ROI von 33% hat also nur noch geringen Aussagewert. Mit dem ROI kann man eigentlich nur sehen, ob eine Vorgehensweise vorteilhaft ist oder nicht, man kann diese jedoch nicht heranziehen, um Alternativen miteinander zu vergleichen.

Bei Adwords ist dies nicht anders. Bekanntlich hat man in einer Gruppe mehrere Keywords, die alle unterschiedlich performen. Hier gibt es sogar mehr Kennzahlen, die einem ins Auge stechen. CTR, CPC, und CR (Conversion Rate) und jetzt auch noch der ROI. Wie kann man hier den Überblick behalten?

Am besten wieder mit einem Beispiel:

Adwords ROI Beispiel 2

Viele Adwords-Experten schauen ja oft auf die CR und auch die Klickkosten (CPC). Wenn wir jetzt auch noch den ROI dazunehmen, dann fällt Folgendes auf:

  • Bei Keyword C sind ROI und CR am höchsten, die CPC ist sehr gering, also das beste Keyword? Nein, das schlechteste, denn der Gewinn ist hier verglichen mit den anderen Keywords am geringsten!
  • Keyword B hat sehr hohe Klickkosten, einen sehr geringen ROI und die CR ist hier auch noch am geringsten. Ergo: Schlechtes Keyword? Absolut nicht, genau das Gegenteil ist der Fall. Hier kann mit 240€ am meisten verdienen.

Die CTR ist hier sogar nichtsaussagend. Lediglich für CTR-Optimierungen könnte man hier genauer hinschauen. Wer in diesem Beispiel nur bis zur Spalte „Kosten“ hinschaut, würde eine große Fehlentscheidung fällen. Denn bis zu den Kosten sieht Keyword B sehr schlecht aus. Zu hohe Klickkosten und auch Gesamtkosten. Ganz wichtig ist hier das Vorhandensein der CR-Kennzahl. Denn, wenn man diese nicht hätte, würde der Werbetreibende dieses Keyword wegen zu hoher Kostenverursachung aus der Gruppe streichen! Erst die CR-Kennzahl zeigt jedoch, dass hier Verkäufe entstehen und somit Geld verdient wird.

Welche Keywords Nicht Nehmen?

In diesem Beispiel sollte nur verdeutlicht werden, dass bestimmte Keywords wegen Fehlinterpretationen vernachlässigt werden können, wenn nicht das Gesamtbild einer Adwords-Kampagne betrachtet wird. Eines muss jedoch festgehalten werden: Hier müsste der Marketer alle Keywords weiterhin laufen lassen, denn mit allen verdient man Geld.

Hätte man jedoch nur ein geringes Budget vorliegen, dann müsste man schauen, wie man hier optimieren kann. Nach einer Gesamtbetrachtung scheint Keyword B sehr gut geeignet zu sein, hier könnte man z.B. schauen, wie viel man verdienen würde, wenn das gesamte Budget für Keyword A und C auf B verlagert wird. Täte man dies, würde man weniger verdienen!

Denn die 290€ der Kosten für Keyword A und C würden bedeuten, dass 414 Klicks mehr für Keyword B zur Verfügung stehen, was bezogen auf die CR ca. 10 Verkäufe mehr ausmachen würden. Dies würde zu einem Verdienst von 300€ führen, man würde aber 376€ wegen dem Verzicht auf Keyword A und C weniger haben. Bedeutet also, dass man dadurch 76€ weniger verdient hätte.

Grundsätzlich gilt folgende Regel:

Wenn man die Möglichkeit hat, die Klickanzahl für ein Keyword durch zusätzliche Investitionen zu erhöhen, muss man sich auf das Keyword mit dem höchsten ROI konzentrieren.

In diesem Fall also: Keyword C!

Denn könnte man die Gesamtausgaben von Keyword A (200€) und Keyword B (2100€) auf Keyword C verlagern, hätte man folgendes Ergebnis:

Adwords ROI Keyword Optimierung

Man würde deutlich mehr verdienen! Statt vorher 616€ könnte man also 4541€ bekommen. Das Problem bei dieser Betrachtung ist, dass es in aller Regel nicht möglich sein wird, die Klickanzahl zu erhöhen ohne das dabei die CPC gleich bleibt. Aber selbst wenn die CPC auf 0,5€ steigen würde, hätte man trotzdem deutlich mehr in den Kasse als vorher.